Rückkehr des Wolfs: Nabu und Muna werben um Verständnis für die Bedeutung des Beutegreifers auch im Odenwald - Warta 24 Sulawesi Tenggara
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Rückkehr des Wolfs: Nabu und Muna werben um Verständnis für die Bedeutung des Beutegreifers auch im Odenwald

Rückkehr des Wolfs: Nabu und Muna werben um Verständnis für die Bedeutung des Beutegreifers auch im Odenwald

Odenwaldkreis12.12.2017 Rückkehr des Wolfs: Nabu und Muna werben um Verständnis für die Bedeutung des Beu…

Rückkehr des Wolfs: Nabu und Muna werben um Verständnis für die Bedeutung des Beutegreifers auch im Odenwald

Odenwaldkreis 12.12.2017 Rückkehr des Wolfs: Nabu und Muna werben um Verständnis für die Bedeutung des Beutegreifers auch im Odenwald Er ist ein schönes Tier und für das Ökosystem enorm wichtig: So sehen Naturschützer von Nabu und Muna e.V. den Wolf, der nun auch in den Odenwald zurückgekehrt ist, wie jüngste Untersuchungen an gerissenen Tieren belegen.	Foto: Andreas Kunz

Er ist ein schönes Tier und für das Ökosystem enorm wichtig: So sehen Naturschützer von Nabu und Muna e.V. den Wolf, der nun auch in den Odenwald zurückgekehrt ist, wie jüngste Untersuchungen an gerissenen Tieren belegen. Foto: Andreas Kunz

Von Sabine Richter

ODENWALDKREIS - Das Auftreten eines Wolfes im Odenwald nach 150 Jahren erzeugt Ängste in der Bevölkerung. „Wir sehen durchaus die Problematik in der Rückkehr des Wolfes als Beutegreifer in eine Region, die an den Umgang mit Raubtieren nicht gewohnt ist“, sagt Martina Limprecht vom Odenwälder Nabu-Kreisverband.

Gerade in dieser Situation halten sie und ihre Mitstreiter einen sachlichen Austausch für nötig, „um den fragilen Versuch der Natur, in ein Gleichgewicht zurückzufinden, nicht durch eine emotional geführte Debatte zu gefährden“. Denn der Wolf sei ein natürlicher Teil des Ökosystems, daher sollte seine positive Rolle in den natürlichen Abläufen nicht außer Acht gelassen werden. Wölfe hätten einen quantitativen und auch einen qualitativen Einfluss auf ihre Beutetiere, denn sie jagten vor allem junge, noch unerfahrene, alte, schwache oder kranke Tiere, meint Dirk Bernd ( Muna e.V.). „Das heißt, sie entlasten den Gesamtbestand und wirken der Ausbreitung von Infektionskrankheiten bei ihren Beutetieren entgegen. Die Folge ist ein in seiner Gesamtheit vitalerer Wildbestand und ein im Gleichgewicht gehaltenes Ökosystem.“

  • FAKTEN ÃœBER DEN WOLF Ein Wolfsrudel in Deutschland besteht im Durchschnitt aus etwa acht Tieren. Hinzu kommen mehrere Einzelwölfe, die zum Teil standorttreu oder auch auf Wanderung sind. Ein Rudel ist kein Zusammenschluss von umherziehenden Wölfen, sondern ein Familienverband.
    Es besteht aus dem Elternpaar, Welpen des aktuellen Jahrgangs und den noch nicht abgewanderten Jungtieren aus dem Vorjahr. Die Größe eines Wolfsreviers ist variabel und hängt vor allem von der verfügbaren Nahrung, aber auch von ausreichenden Rückzugsgebieten ab. Immer wieder tauchen Gerüchte auf, Natur- oder Tierschützer würden Wölfe einfangen und sie dann in bisher wolfsfreien Gebieten aussetzen, also Wölfe i m Kofferraum durch Europa beziehungsweise Deutschland transportieren.
    Diese Gerüchte sind nach Angaben von Nabu und Muna falsch. Fakt ist, dass Wölfe ausgesprochene Langstreckenläufer sind â€" sie legen weite Strecken in kurzer Zeit (bis zu 70 Kilometer pro Tag) zurück. Wer etwas beobachtet und auch Fragen zum Wolf hat, erreicht Artenschutzexperten der beiden Naturschutzvereine unter folgenden Telefonnummern: 0162-9671694 (Limprecht) und 06254-940669 (Bernd). (ric)

Beute wird nicht auf einmal gefressen

Ein weiterer Aspekt sei, dass im Gegensatz zum menschlichen Jäger, der ein erlegtes Tier immer aus dem Wald nimmt und keiner sonst davon profitieren kann, der Wolf meist nicht seine gesamte Beute auf einmal frisst, ergänzt Limprecht. Die verstreuten Kadaverteile bedeuteten für viele Aasfresser eine lebenswichtige Nahrungsquelle und bildeten somit für viele Organismen notwendige ökologische Nischen. Mit der Anwesenheit des Wolfes werde das Nahrungsnet z größer, da die Nutznießer wiederum eine Nahrungsgrundlage für andere Tiere darstellten. „Somit wird klar: Der Wolf ist ein wichtiger Bestandteil der Biodiversität und er ist eine Tierart, zu deren Schutz sich die Europäische Union und Deutschland entschlossen haben“, so Limprecht.

Seit Jahren bemühen sich Naturschutzverbände wie Nabu und Muna nach eigenen Worten, im Dialog mit Schäfern ein möglichst konfliktarmes Miteinander von Wolf und Mensch möglich zu machen. Durch die Gründung der „Schnellen Eingreiftruppe“ des Nabu, die betroffene Schäfer bei der Sicherung ihrer Tiere unterstützen kann, wurde demnach gezeigt, dass ein Miteinander für den Wolf und die Interessen der Tierhalter möglich ist.

„Wir setzen uns tagtäglich Gefahren aus, ohne uns darüber auch nur Gedanken zu machen. Wir steigen ohne Zögern ins Auto, dabei ist die Gefahr relativ groß, in einen Unfall verwickelt zu werden. Wir sind als Fußgänger unterwegs und betreiben Freizeitsport und bewegen uns dabei ständig in einem erhöhten Unfallrisikobereich. Die Gefahr, die von einem Wolf ausgeht, ist im Vergleich dazu gleich Null“, erläutert Bernd. Schon die Wahrscheinlichkeit, je einen Wolf in freier Natur zu Gesicht zu bekommen, sei sehr gering. Keinesfalls sollten Bürger jedoch auf die Idee kommen Wölfe zu füttern, da sie dann zutraulich werden können.

Fakt ist, dass seit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland im Jahr 1998 kein Fall bekannt wurde, in dem Wölfe aggressives Verhalten Menschen gegenüber gezeigt hätten. „Hier gilt es also die Relationen zu wahren und die Gefährdung durch Wildtiere, insbesondere durch Wölfe, an den tatsächlichen Zahlen zu messen und nicht emotional zu färben“, so Limprecht abschließend.

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Sumber: Google News | Warta 24 Muna

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